Wege mit dem Rad

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Notizen

Tattoos, Frauen und Rennräder

Auf meinem früheren Arbeitsweg stand lange Wochen eine betagte Ente (einstiges Kultmodell der Firma Citroën -  Hinweis für die Jüngeren unter uns) mit einem Aufkleber, der mir jeden Tag neu die Vielfalt dieser Welt vor Augen führte: Keep Holland beautiful - get tattooed! Die Holländer waren immer schon etwas eigen. Die Zeit ist nicht stehengeblieben und inzwischen ist es so, dass man sich auch an einem durchschnittlichen deutschen Sommertag vor Tattoos kaum retten kann. Auf Schulterblättern springen sie einem entgegen, an Waden, Oberarmen, Bauchnabeln. Was unter den teils knapp bemessenen Höschen liegt, wagt man...[mehr]

Piccolo Paradiso

Hatte ich lange Zeit geglaubt, es gäbe kein edleres Tun, als Rad zu fahren, so hat mich heute mein alter Freund ⇒Stefan Amannsberger aus dem Bayerischen eines Besseren belehrt. Ich fand seine neueste CD im Briefkasten, just als ich mich auf meine erste Tour des neuen Jahres begeben wollte. Vor etlichen Jahren hatte ich das Glück, für seine CD Lines of Wood zu seinem Gitarrenzauber ein paar Töne aus meinem Kontrabass beisteuern zu dürfen. Es war eine schöne Zusammenarbeit gewesen. So legte ich also, höchst neugierig, die Neue ein, als eben die Wintersonne über die Baumwipfel stieg und ihr bleiches Licht ins...[mehr]

Radbrillen

Ich habe sie nicht gezählt, aber es müssen einige gewesen sein. Die Rede ist von Brillen, genauer: Radbrillen. Ob transparent, gelb, rot, braun, ob mit oder ohne Wechselgläsern: ich habe mich draufgesetzt, habe sie zerkratzt oder vergessen. Die eine Brille scheuerte mich so hinterm Ohr, dass ich ihr schnelles Ende herbeisehnte. Es ließ nicht auf sich warten. Ein anderes Exemplar war offensichtlich nicht für Minusgrade ausgelegt, denn beim Absetzen nach einer Winterrunde blieb mir der Bügel hartnäckig überm Ohr hängen, während ich den Rest in der Hand hielt. Wieder 35 Euro futsch. Ich habe mir eine Brille mit Bruchgarantie...[mehr]

Schneetreiben

Ich habe ein leichtes Faible für die Extreme, aber als ich heute früh aus dem Fenster schaute, schien es mir des Guten doch zuviel. Schnee, soweit das Auge reichte. Schnee auf den Straßen und Wegen, auf den Hausdächern, auf den rauchenden Schornsteinen. Die Welt: weiß wie ein Leichentuch, und das Anfang März. Die Äste der Weiden neigten sich unter der Last fast bis zum Boden und das Dach unseres Gewächshauses bog sich unter den Mengen von Schnee geradeso durch wie jedes zweite Turnhallendach in diesen grausigen Zeiten. Wir konnten von Glück sagen, dass wir für heute keine Massenveranstaltung darin geplant hatten. Und...[mehr]

Gut und gerecht

Wer Freiburg kennt, weiß: es gibt einen großen Highway in Ost-West-Richtung, die neue B 31, samt  Tunnel. Wer Freiburg gut kennt, weiß: es gibt deren zwei. Der zweite verläuft parallel dazu, gilt als Radweg und ist für Kraftfahrzeuge glücklicherweise gesperrt, aber – leider – für alle anderen freigegeben. Und es gibt Tage, da drängt sich dem Beobachter unwillkürlich die Vermutung auf, dass der Freiburger mit dem natürlichen Drang ausgestattet ist, sich ausschließlich von Ost nach West oder in Gegenrichtung zu bewegen: der schmale Weg quillt über mit Joggern, Skatern, Kinderwagen, Kindern, Rollstühlen, Flaneuren und –...[mehr]

Windschatten

Für den Rennradler gibt es im Grunde zwei Arten, sich fortzubewegen: im Wind und im Windschatten. Im Wind: das ist der richtige Modus für abgeklärte Solisten, für kraftstrotzende Egozentriker und für echte Teamplayer. Echte Teamplayer sind aber genauso hinten zu finden, wo der Windschatten so lange der Erholung dient, bis es der Turnus - oder der Anstand - gebietet, sich wieder dieser selbsterzeugten Naturgewalt "Wind" auszusetzen, die dem Fußgänger und seiner Veredelung, dem Läufer, ja, manchem Mountainbiker, nur vom Hörensagen bekannt sein dürften. Das Pendant zum echten Teamplayer ist der echte Schmarotzer,...[mehr]

Treffer 7 bis 12 von 17

 

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