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Walter Jungwirth

1000 Kilometer SüdenWalter Jungwirth - Tausend Kilometer Süden
Covadonga-Verlag, Taschenbuchausgabe, ca. 160 Seiten, EUR 9,80

 

Neues


Corona

Eine meiner liebsten Runden ist die über den Feldberg. Sie führt fast verkehrsfrei durchs Zastler Tal hoch zum Rinken, an sonnigen Herbsttagen wie dem gestrigen durch rotgoldene Laubwälder. Nach etlichen Kehren verlasse ich die steil ansteigende asphaltierte Straße, um den Forstweg zur Zastler Hütte zu nehmen. Nicht selten tönt hier, sobald man über die Kuppe kommt, zur Unterhaltung der Gäste Volksmusik aus den Lautsprechern, weswegen ich mich an diesem Ort nie lange aufhalte, sondern gleich den grob geschotterten Weg zur Wilhelmer Hütte einschlage. Gestern allerdings konnte ich an dieser Stelle verschnaufen, da niemand draußen saß. Auch die Zastler Hütte ist, wie alle anderen Gaststätten, ein Opfer des November-Lockdowns. Absolute Stille.

Westalpen 2020: Genf - Saint-Jean-de-Sixt

Sie kommt mir fast wie ein Fingerschnippen vor, diese morgendliche Bahnreise von Freiburg nach Genf. Kaum dass man – noch zuhause – gefrühstückt hat, steigt man, wenn auch mit einer Viertelstunde Verspätung, in Genf schon wieder aus dem Zug. Dort könnte man sich, genügend Reisebudget vorausgesetzt, ein paar erholsame Tage am Seeufer mit Alpenblick gönnen. Es muss schön und gleichzeitig aufregend sein, sich in der Nähe der großen Namen aus Show- und Finanzwelt zu wissen. Die großen Namen, die mich zu dieser Reise inspirierten, haben damit jedoch wenig zu tun. Wie Sternbilder schweben sie zeitlos über dem Radfahrerhimmel und verlangen danach, ihnen von Zeit zu Zeit Referenz zu erweisen.

Wallfahrt ins Bayrische

In Zeiten von Corona ist alles anders. Anders als in gewöhnlichen Jahren, führen die nächtlichen Streifzüge des Randonneurs aus dem Breisgau ihn nicht durch die entlegenen Gebiete des französischen Jura. In diesem Jahr lenkt er sein Rad Richtung Osten, ins Bayrische, wo die Wallfahrtskirchen wie geistliche Wegweiser auf den Hügeln thronen. Nicht dass sich der Randonneur im allgemeinen groß auf Religion verstehen würde, aber statt ins libertäre Frankreich ins gottesfürchtige bayrische Voralpenland zu fahren – und sei es nur, um drohenden Strafen an der deutsch-französischen Grenze zu entgehen – kann in diesen Zeiten nicht zu seinem Schaden sein.

Sommertour 2020: Montbard - Millançay

Dieses Jahr macht der Deutsche in Deutschland Urlaub, und wenn der Deutsche in Deutschland Urlaub macht, dann bevorzugt mit seinem SUV – wenn es darum geht, Frau und Kinder zu verteidigen, ist ein solcher Rammbock für viele zur Standardwaffe geworden. Es sind rechtschaffene Menschen, die jeden Monat ihren Ratenkredit pünktlich bezahlen und Urlaub verdient haben. Als Radfahrer möchte man ihrem Urlaubsvergnügen weder im Schwarzwald noch sonst irgendwo im Wege stehen und überlegt sich, ob man bei der Aussicht auf vier freie Tage sein eigenes muskelbetriebenes Small-Utility-Vehicle nicht auch woandershin lenken könnte, dorthin wo man wirklich niemanden stört. Quer durch die französische Provinz zum Beispiel.

Kochen unterwegs

Wenn ich auf meine Reisen meistens einen Kocher mitnehme, dann nicht als kulinarische Präzisionswaffe, sondern als begleitendes Utensil, das seine Dienste eher im Hintergrund verrichtet. Eine Kochmöglichkeit eröffnet zwar jede Menge Optionen, aber der Ehrlichkeit halber muss ich sagen, dass mir nach einem Tag auf dem Rad der Sinn nicht so sehr nach einem liebevoll ausgetüftelten Menü steht, sondern nach basaler Kost, die meist im Handumdrehen und ohne allzu viel Kopfzerbrechen im Kochtopf zusammengeschustert wird. Nicht zu unterschätzen ist jedoch vor allem die Aussicht auf Kaffee zum Tagesbeginn, ohne mir Gedanken über Lage und Öffnungszeiten des nächstliegenden Cafés machen zu müssen.

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